Daten der Einrichtung

Träger der katholischen Kindertagesstätte Herz Jesu Schildgen ist der katholische Kirchengemeindeverband Bergisch Gladbach West. Die Einrichtung wurde erstmals 1957 eröffnet und 1976 von 2 auf 4 Gruppen erweitert. Seit Sommer 2007 betreuen wir in unserer Einrichtung 70 Kinder im Alter von 2-6 Jahren. Mit dem Angebot der Tagespflege in unseren Räumlichkeiten können Kinder unterschiedlichster Altersstufen betreut werden auch zu "Randstunden". Durch die Kombination von Betreuungszeiten ist ein sehr flexibles Betreuungssystem entstanden, dass uns gemeinsam mit den Eltern die Möglichkeit bietet, für unterschiedlichste Familiensituationen das geeignete Betreuungsmodell zu finden.

Projekte

Arbeit finden

Sozialraum

In den letzten Jahren konnten wir beobachten, dass sich die Lebenssituation für Familien und Familienstrukturen gewandelt haben. Die Zahl der Familien, in denen beide Eltern berufstätig sind ist stetig gestiegen. Während vor 4 Jahren bei etwa 54 % unserer Kinder beide Eltern berufstätig waren ist diese Zahl heute auf etwa 80% gestiegen. Ein zunehmender Bedarf an U 3 - Betreuung und steigende Nachfrage nach Über-Mittag-Betreuung und Flexibilität in den Betreuungszeiten bestätigt diese Entwicklung. Dies ist ebenfalls aus den Daten der Familien zu erkennen, die auf der Warteliste stehen. In den Kindertagesstätten im Sozialraum gibt es 34 Plätze für Kinder von 0,4 - 2 Jahren, 113 Plätze für Kinder von 2-3 Jahre und 792 Plätze für Kinder von 3-6 Jahren. Bezogen auf die Anzahl der Kinder, die im Sozialraum leben haben wir hier eine Versorgungsrate von insgesamt 61,8%. Es gibt immer noch Wartelisten und Bedarf nach Betreuung unter 3-Jähriger, der nicht gedeckt werden kann. Grund dafür ist die zunehmende Zahl an Mütter, die bereits nach kürzester Babypause wieder in den Beruf möchten.

Unser Stadtteil mit dörflicher Struktur ist ein Zuzugsgebiet. Nach Auskunft des Jugendamtes findet hier ein Generationenwechsel statt, leerstehende Häuser werden von jungen Familien bezogen. Durch die optimale verkehrstechnische Anbindung an die Stadtgrenzen zu Köln und Leverkusen (Autobahn, öffentliche Verkehrsmittel) gibt es einerseits für die Familien breitgefächerte Möglichkeiten zu arbeiten, andererseits fehlt ihnen aber auch zunächst das private, soziale Netzwerk, das bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützen kann.

Aus der Sinusstudio, die heute noch relevant ist, ist zu erkennen, dass das Milieu der Postmateriellen in unserem Stadtteil stark vertreten ist. Postmaterielle sind sehr bildungsnah, legen Wert auf Leistung und Erfolg im Beruf und leben die Partnerschaftlichkeit in der Familie. Sie lehnen traditionelle Rollenerwartungen ab. Auch in diesen Erkenntnissen ist die hohe und zunehmende Zahl der Familien begründet, in denen beide Eltern berufstätig sind.

Ziele und Leitlinien

• Entwicklung und Ausbau eines bedarfsgerechten Betreuungssystems zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf

• Aufbau eines niederschwelligen, ortsnahen Unterstützungsnetzes für Familien, z. B. Sprachtherapie in der Kita

• Entwicklung von Instrumenten zur Bedarfserhebung bei Eltern und Kinder

• Stärkung der Erziehungskompetenz von Eltern

• Weiterentwicklung der Familien- und Kindergartenpastoral im Pfarrverband

• Abschluss von Kooperationsverträgen mit anderen katholischen Fachdiensten für Familienbildung und Familienhilfe


Auf der Grundlage unseres Bildes vom Menschen und besonders vom Kind, prägen daher die besondere Eigenart jedes Kindes und seiner Familie unsere alltägliche Arbeit. Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe geben, d.h. vorhandene Kräfte und Stärken bei Eltern und Kindern wecken. Auch die Erfahrung von Gemeinschaft und Solidarität gehört zum wesentlichen Bestandteil unseres Konzeptes. Die Zusammenarbeit mit Eltern, Familien aber auch unseren Kooperationspartnern soll in partnerschaftlicher Begegnung und gegenseitiger Wertschätzung gestaltet werden.

 

Räume

Die Tageseinrichtung verfügt über ein großzügiges Raumprogramm. Jeder Gruppe steht ein Gruppenraum und Nebenraum zur Verfügung. Gruppenübergreifend existiert ein großer Mehrzweckraum, Küche, diverse Kleingruppenräume, sodass differenzierte Gruppenarbeit möglich ist. Daneben steht ein über 3000 m² großes Außengelände zu Verfügung. Während der Öffnungszeiten können diese Räume nur eingeschränkt durch andere Gruppierungen mitgenutzt werden. Außerhalb der Öffnungszeiten ist dies jedoch für unterschiedlichste Angebote z.B. die der Elternbildung und -beratung jederzeit möglich. Durch die Schließung einer Gruppe im Sommer 2007 wurde ein weiterer Raum flexibel nutzbar. Seit dem 01.08.2007 wird er Tageseltern für das Angebot der Tagespflege zu Verfügung gestellt.
In direkter Nachbarschaft der Kindertagesstätte gibt es pfarreigene Räume (Bücherei, Pfarrsaal, Konferenzraum, Jugendraum), die ebenfalls mit einbezogen werden können.

Personal

Die personelle Besetzung der Einrichtung schöpft die Möglichkeiten des GTK/ der BKVO aus. Die pädagogischen Mitarbeiterinnen sind für Familien verlässliche und persönliche Ansprechpartnerinnen. Sie bieten eine erste Orientierung und Beratung und vermitteln ggf. den Kontakt zu entsprechenden Fachdiensten bzw. zu Angeboten der Familienhilfe und –bildung.
Im Familienzentrum wirken z.Zt. 4 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen mit. Durch ihr persönliches Engagement unterstützen sie die Arbeit mit den Familien, ergänzen und entlasten somit die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte. Darüber hinaus greifen wir auf Ressourcen verschiedener anderer Fachdienste zurück.

Finanzen

Für den Betrieb eines Familienzentrums stehen uns zusätzliche Mittel zur Verfügung, die wir für Angebote und Ausstattung des Familienzentrums nutzen können.

Aus dem vorher beschriebenen geht hervor, dass wir für unser Familienzentrum das Modell „Galerie“ umsetzen. Als Ansprechpartnerinnen stehen die pädagogischen Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte wie auch die ehrenamtlich tätigen zu Verfügung, das Familienzentrum ist Anlaufstelle für Familien in allen Lebensphasen und Lebenssituationen.


Verlauf der Entwicklung unserer Leistungen

• 1998

Eröffnung eines Familienbüros in der Kath. Kindertagesstätte Herz Jesu Schildgen
(Vermittlung von Babysittern, Vermittlung von Tagesmüttern, Infos zu Beratungsstellen
und Institutionen in der Umgebung)

• Herbst 2006 - Frühjahr 2007

Teilnahme am Landesprojekt NRW zur Weiterentwicklung von
Kindertagesstätten zum Familienzentrum mit abschließender Zertifizierung
zum Familienzentrum NRW

• 2007

Kooperationsvereinbarung mit der Beratungsstelle für Eltern-, Jugendliche und Kinder in Bergisch Gladbach
(seitdem: offene Sprechstunde für Erziehungs-/Familienberatung einmal monatlich)

• 2007

Kooperationsvereinbarung mit Frau Tenten als Tagesmutter für das Angebot der Tagespflege in den Räumen des Familienzentrums und als Fachkraft zum Thema Tagespflege
(seitdem: Angebot der Tagespflege in den Räumen des Familienzentrums)

• 2007

Kooperationsvereinbarung mit Frau Malinowski für das Angebot der Sprachtherapie/ Förderung, Elternberatung im Bereich der Sprache
(seitdem: Sprachförderung durch eine Qualifizierte Fachkraft, Beratung von Eltern und MitarbeiterInnen)

• 2007

Kooperationsvereinbarung für das Angebot der musikalischen Früherziehung im Haus
(seitdem: musikalische Früherziehung im Haus)

• 2007

Kooperationsgespräche mit der Familienbildungsstätte/ Bildungsforum
(seitdem:Angebote der Familienbildung, Organisation und Finanzierung)

• 2007

Kooperationsvereinbarung mit dem deutschen Kinderschutzbund
(seitdem : Elternabende, Qualifizierte Beratung und Begleitung bei Fragen zur Kindswohlgefährdung)

• 2008

Umwandlung einer Kindergartengruppe in die Gruppenform 1 mit Kindern im Alter von 2-6 Jahren

• 2008

Aufbau des Kath. Familienzentrums Bergisch Gladbach West, bei dem wir als Schwerpunkteinrichtung als Verbund mit der Kath. Kita St. Clemens und
der Caritaskita Katterbach arbeiten

• 2008

Kooperation mit dem Lernstudio Bensberg (seitdem: Angebot der integrativen Lerntherapie in den Räumen des
Familienzentrums während der Öffnungszeiten, Beratung von Eltern und MitarbeiterInnen)

• 2009

Zertifizierung durch das Erzbistum Köln zum Kath. Familienzentrum
Bergisch Gladbach West

• 2009

Kooperationsvereinbarung mit der Kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung
seitdem: Angebot der offenen Sprechstunde zu Ehe- und Familienfragen wechseln in benachbarten Einrichtungen, Elternangebote)

• 2009

Kooperationsvereinbarung mit der Kath. Familienbildungsstätte Bergisch Gladbach (Bildungsforum)
(seitdem: gemeinsame Organisation und finanzielle Unterstützung bei Angebote für Elternbildung, Mutter-Kind Gruppe, Elterntreff,
Gesundheitsberatung, alleinerziehenden Treff, Väter-Kinder- Angebote, u.s.w.)

• 2009

Kooperationsvereinbarung mit der Schuldnerberatung Bergisch Gladbach
(seitdem. Sprechstunde einmal monatlich in einem Raum der Gemeinde nach vorheriger Terminabsprache)

Ausblik

In den letzten 4 Jahren haben wir viele Kooperationen aufgebaut, teilweise auch erst Ende 2010 oder Anfang 2011.

Es ist nun erst einmal unsere wichtigste Aufgabe, in Zukunft diese Kooperationen zu pflegen und zu etablieren und das Niveau unserer Angebote zu erhalten. Dies bedeutet ein umfangreiches Management mit Beobachtungen, Gesprächen mit Familien, Kooperationspartner und Reflexionen.

Wir überprüfen regelmäßig im direkten Kontakt mit unseren Partnern die Effektivität unseres Angebotes und suchen ggf. gemeinsamen nach neuen Angeboten für die Familien. Da z.B. das Angebot der offenen Sprechstunde der Ehe-, Familien- und Lebensberatung von den Familien selten angenommen wird, überlegen wir momentan gemeinsam welche Gründe es dafür gibt und welche anderen Angebote von diesem Kooperationspartner für die Eltern interessant sein könnten. Dazu läuft im Moment eine Fragebogenaktion. Weiterhin beschäftigen wir uns mit der Frage warum in unserem Stadtteil Elternbildungsangebote nur schwerlich angenommen werden und wie wir sie in Zukunft gestalten können, dass Eltern sie noch mehr nutzen. In diesem Frühjahr haben wir beispielsweise mit unserem Kooperationspartner Kath. Bildungsforum den neuen Kurs des Kinderschutzbundes Gelki - gesunde Eltern- gesunde Kinder angeboten. Trotz umfangreicher Werbung im Sozialraum auch mit Presse ist dieser Kurs nicht zustande gekommen. Wir werden unterschiedliche Meinungen und Überlegungen zusammen tragen und künftig versuchen sie in neuen Angeboten umzusetzen.

Neue Angebote mit entsprechenden Kooperationsvereinbarungen ergeben sich aus der Entwicklung im Sozialraum, den Bedürfnissen der Familien, aus Gesprächen und intensiven Beobachtungen unseres Umfeldes.